vendredi 16 janvier 2015

Leere Straßen in der smartesten Stadt der Welt

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Südwestlich von Seoul entsteht die ambitionierteste Smart City der Welt. Was auf dem Reißbrett gut funktioniert, erfährt in der Umsetzung Schwierigkeiten




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Doch die künftige Strategie, um ausländische Investoren zu ködern, ist simpel: Songdo besinnt sich ganz auf seine Entwicklung als Smart-City. Dafür ist nicht zuletzt das Telekommunikationsunternehmen Cisco zuständig, für das Songdo eine Art digitale Spielwiese geworden ist, um neue Technik auszutesten.



Das Konzept ist simpel: Fast jeder Quadratmeter ist in Songdo mit Monitoren und Kameras ausgestattet, um die Stadt minütlich zu überprüfen - den Energieverbrauch, den Verkehr, die Temperatur. Die Informationen werden an zentraler Stelle in einer Art "Brain" gesammelt. So können die Bewohner in Echtzeit über Staus und Busverspätungen auf dem Laufenden gehalten werden oder werden vom System daran erinnert, auf ihrem Arbeitsweg einen Regenschirm mitzunehmen. Es soll Aufladestationen für Elektroautos geben sowie ein Recyclingsystem, das sicherstellen soll, dass kein sauberes Wasser für die Toilettenspülung in Bürogebäuden verwendet wird




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Im Zentrum eines jeden Haushalts steht ein Telepräsenzsystem, das in den nächsten Monaten in über zehntausend Wohnungen installiert wird. Was ausschaut wie ein gewöhnlicher Fernseher, funktioniert eher wie ein Fenster zur Außenwelt. "Schon heute lernen Schüler Englisch über diesen Monitor, wobei die Lehrerin von Hawaii aus zugeschaltet ist", sagt Jung Ji-won von Ulife-Solutions, die das System mitentwickelt hat. Lernen via Bildschirm sei günstiger, als ausländische Lehrkräfte ins Land zu holen.



Ebenso läuft derzeit ein Pilotprojekt für den Bereich Telemedizin, und sollte die Regierung die Genehmigung erteilen, könnten schon bald Psychotherapien und ärztliche Diagnosen über den Schirm erfolgen. Den Hausmeister könne man schon jetzt damit rufen, und auch Fitnesscenter haben bereits Interesse angemeldet, Aerobic-Kurse via Telepräsenz zu leiten, genau wie Schönheitskliniken aus Seoul Beratungsgespräche für potenzielle Patienten anbieten wollen.



Mit der Telepräsenz müsse man kaum noch das Haus verlassen, sagt Jung.




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"Die Lebensqualität ist sehr hoch, aber es gibt schlicht keine Leute", sagt ein 50-jähriger Amerikaner, der als einziger Passant durch die verlassenen Häuserschluchten schleicht. Vor neun Monaten sei er nach Songdo gezogen, um eine Stelle als Englischlehrer anzunehmen, mittlerweile möchte er baldmöglichst weiterziehen: "Die Stadt ist wie sterilisiert - es gibt keine Plätze, an denen man sich trifft."








Leere Straßen in der smartesten Stadt der Welt

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