jeudi 23 octobre 2014

Von 0 auf 100 in einer Stunde - ein ehrlicher Bericht

Geburtsbericht



Montag, 13.10.2014

Nachdem ich heute, gestern und vorgestern Morgen das Gefühl hatte, Flüssigkeit zu verlieren, hatte ich mir vorgenommen, heute mal meine Hebamme dazu zu befragen. Sie kam um 11:30 zur geburtsvorbereitenden Akupunktur. Die Nadeln waren schnell gesetzt und während sie "einwirkten", erzählte ich ihr von der komischen Flüssigkeit. Ich hatte mir bereits vor Wochen PH Teststreifen in der Apotheke geholt, hatte die letzten Tage aber negativ auf Fruchtwasser getestet. Sie bot mir an, einmal nachzuschauen. Ich holte die Teststreifen von oben und legte mich mit einem Handtuch aufs Sofa. Die Hebamme fühlte zunächst nach dem Muttermund und plötzlich merkte ich es laufen. Sie sagte "Oh, tatsächlich Fruchtwasser!" Sie konnte das Köpfchen ein ganz klein wenig verschieben und das was da eben floss, war das Fruchtwasser, was sich inzwischen angesammelt hatte, vom Köpfchen aber noch zurück gehalten wurde. Sie konnte die Fruchtblase noch fühlen (Muttermund 2 cm offen). Ich hatte also einen "hohen Blasensprung".

Nachdem ich die Hebamme dann verabschiedet hatte, rief ich meinen Mann an und sagte ihm, er könne sich auf den Weg machen. Dann holte ich mir (immer noch nackt und mit Handtuch zwischen die Beine geklemmt) die 1 1/2 Stücke Kuchen von gestern aus dem Kühlschrank und aß sie genüsslich auf. Soll ja nicht schlecht werden.

Das Fruchtwasser lief immer weiter, aber immer nur schlückchenweise. Ich telefonierte noch mit meiner Mama, die ich vorwarnte, in den nächsten Stunden losfahren zu müssen um Oma zu werden (ich wollte sie ja bei der Geburt dabei haben), dann war auch schon mein Mann da. Wir packten noch die letzten Sachen ein, ich stopfte mich untenrum aus und wir fuhren los. Noch waren keine schmerzhaften Wehen da und so war die Fahrt relativ entspannt. Im Krankenhaus angekommen, meldeten wir uns im Kreissaal an und kurz danach wurde ich ans CTG angeschlossen. Die Herztöne waren gut, Wehen waren auch zu sehen. Danach hatte ich ein Gespräch mit einem Arzt, der noch einen Ultraschall machte. Schätzgewicht lag bei 3.200 Gramm, ist ja aber auch alles ungenau. Er stellte auch fest, dass da noch einiges an Fruchtwasser kommen würde, ich hätte so viel. MuMu sollte nach wie vor bei 2 cm sein, aber noch nicht zentriert. Wir machten aus, dass ich um 0:00 Uhr Antibiotika nehmen sollte und falls bis morgen Mittag keine "brauchbaren" Wehen da sein sollten, würde dann eingeleitet werden.

Mein Mann und ich bezogen dann mein Einzelzimmer. Da wir beide Hunger hatten, bestellten wir uns noch ne schöne Pizza. Während ich dann aß, merkte ich immer wieder leicht schmerzhafte Wehen, aber viel zu unregelmäßig. Die Wehen wurden stärker, blieben aber unregelmäßig. Unterhalten hätte ich mich nicht mehr können, so stark waren sie schon. Aber es blieb dabei, mal alle 5, mal alle 7, mal 10, dann wieder nur 3 Minuten... Ich meldete mich beim CTG, um zu schauen, ob sie nicht trotzdem vielleicht schon was gebracht haben. Das Ding zeichnete die Wehen nicht mal auf! MuMu immer noch nur 2 cm. Ich bekam ein Schmerzmittel gespritzt, damit ich noch ein bisschen schlafen konnte bis es los ging. Wenn die Wehen stärker werden sollten, sollte ich noch mal wieder kommen.

Wie erwartet hat das Mittel keine Erleichterung gebracht und die Wehen wurden stärker, aber immer noch viel zu unregelmäßig. Gegen halb 5 Uhr morgens gingen wir wieder zum CTG. Wieder kaum Wehen zu verzeichnen, MuMu IMMER NOCH (!) nur bei 2 cm, immerhin aber schon zentriert. Man schickte uns zurück aufs Zimmer, wir sollten in 2 Stunden noch mal wieder kommen. In dem Moment bekam ich eine Wehe, die ich erst noch veratmen musste. Die Hebamme war schon gegangen, ich wollte gerade meine Schuhe wieder anziehen, als ich plötzlich wieder eine Wehe bekam. Diese übertraf alle anderen in ihrer Heftigkeit um Längen! Als sie vorbei war, wollten wir dann aufs Zimmer, aber plötzlich kam wieder eine, nur 20-30 Sekunden später. Und so ging es weiter. So heftige Wehen, dass ich nichts mehr machen konnte außer keuchen, wimmern und veratmen. Und immer nur 20-30 Sekunden Pause. Plötzlich gegen 5:30 Uhr, während einer solchen Wehe, machte es "Peng" und meine Fruchtblase platzte vollends. Hätte ich keine Hose angehabt, hätte ich bestimmt die Wand hinter mir voll angeschossen, so ein Wahnsinnsdruck war da drauf. Mein Mann klingelte nach der Hebamme, und weiterhin ging nichts bei mir. Die Hebamme kam nicht, dafür eine komische Krankenschwester. Wir wollten in den Kreissaal und sie meinte nur, dass wir doch erst in 2 Stunden wieder kommen sollten. Mein Mann erklärte ihr, dass wir gar nicht erst los gekommen sind, wegen meiner starken Wehen (wie sie ja wohl auch sehen konnte?!). Sie holte dann einen Rollstuhl und wollte, dass wir damit wieder aufs Zimmer gehen. Mein Mann bestand drauf, in den Kreissaal zu gehen und ich konnte nur schnell sagen, dass ich jetzt sofort ne PDA haben will, bevor ich wieder von einer Wehe übermannt wurde. Dazwischen bat ich meinen Mann, meine Mama anzurufen, die ich ja bei der Geburt dabei haben wollte. Endlich kam dann aber die Hebamme, die sich entschuldigte, so spät zu kommen, es gab eine lebensgefährliche Situation in einem anderen Kreissaal. Wir haben es leider nicht mehr geschafft anzurufen.

Endlich "durften" wir dann auch in den Kreißsaal und kaum dort angekommen, konnte ich nur noch schreien! Die Presswehen setzten ein. Ich wusste, dass es nun für eine PDA zu spät war und bekam das auch von der Hebamme bestätigt. Ich hatte mir so fest vorgenommen, nicht zu brüllen, aber ich konnte einfach nicht anders. Die Schmerzen waren so stark, dass ich meinte zu zerreißen. Ich fühlte mich wie vom Teufel besessen, hatte keine Kontrolle mehr über meinen Körper. Die Presswehen fühlten sich an, als würde man einmal sein Innerstes von innen nach aussen stülpen. Ich hörte die Hebamme noch zur anderen Hebamme sagen "Das ist ja heftiger als bei ner Einleitung...", nahm das aber kaum noch wahr. Ich hatte inzwischen nach Lachgas geschrien und bekam die Maske in die Hand gedrückt. Bei jeder Presswehe, die ich dann herannahen fühlte, presste ich mir die Maske vors Gesicht und inhalierte. Leider gab es überhaupt keine Erleichterung dadurch. Es tat so weh!!! Als würde ich von unten bis zum Bauchnabel komplett aufreißen!

Ich legte mich von der Rückenlage in die Linke Seitenlage und die Hebamme legte sich mein rechtes Bein um den Hals, damit das Baby Platz zum kommen hatte. Dabei wollte ich nur die Beine zusammen pressen. Aua, aua, aua! Die Hebamme sagte, sie könnte den Kopf sehen und ich fragte, welche Haarfarbe sie hat. Könnte man noch nicht so genau sagen, weil die Haare ja noch nass seien. Ich erzählte dann erstmal, dass meine Mutter und mein Schwiegervater blond seien, somit könnte dunkel und hell beides angehen. Wieso erzähl ich erstmal sowas? Muss am Lachgas gelegen haben.

So viel bekam ich noch mit und dann kam die nächste Wehe. Ich dachte, ich muss mich übergeben und man drückte mir eine Spucktüte in die Hand. Ich dachte nur, ich will mich bloß nicht übergeben, denn dann würde ich ja noch mehr pressen und alles was ich wollte war ja nur, mit dem Pressen aufhören zu können, damit diese Wahnsinnsschmerzen aufhörten.

Und die kleine wollte mich noch zusätzlich ärgern. Während der Kopf halb herausguckte, fing sie an, faxen zu machen und den Kopf zu schütteln. Ich flehte sie an, aufzuhören. Das tat noch mehr weh. Die Hebamme fragte mich, ob ich den Kopf mal anfassen will. Ich wollte nicht. Warum auch immer. Vielleicht hätte ich "ja" gesagt, wenn sie mich außerhalb einer Wehe gefragt hätte.

Dann sagte sie "keine 10 Wehen mehr und Sie haben ihr Baby". Ich wusste, dass ich weitere 10 solcher starken Wehen nicht überleben würde. Es waren zum Glück nur noch 3 oder 4. Bei der letzten Wehe sagte die Hebamme, ich solle dafür kein Lachgas mehr nehmen, ich möchte doch bestimmt einen klaren Kopf haben, wenn mein Baby mir auf den Bauch gelegt wird. Mein Mann nahm mir die Maske weg und ich bettelte ihn an, sie mir wieder zu geben. "Bitte! Ich brauch das! Bitte, bitte, bitte!" Irgendwie unangenehm.

Und dann kam die letzte Wehe und meine kleine erblickte um 6:29 Uhr am 14.10.14 (lustigerweise mein Wunschdatum) mit 49 cm, 3.070 kg und einem KU von 34 cm das Licht der Welt. Ich war so froh, es überstanden zu haben und fragte als erstes: "Ist es wirklich ein Mädchen?" Das war ja bisher nicht 100% klar gewesen. Die Hebamme meinte, sie hätte jetzt gar nicht geguckt, das ging so schnell. Dann hielt sie sie hoch und wir erkannten, dass es wirklich ein Mädchen ist.

Sie legten sie mir auf den Bauch und ich war wahnsinnig erleichtert. Mein Mann durfte die Nabelschnur durchtrennen und schon bestand ich nicht mehr aus 2 Personen.

Ich war so froh, sie endlich da zu haben! Sie war so rosig und warm und weich und wunderschön! Nur noch eine leichte Käseschmiere auf dem Rücken, also war sie auch schon Geburtsreif.

Dann kam mit 2 weiteren Presswehen (die lachhaft gegen die vorigen waren) die Plazenta. Ich bat darum, sie mir zu zeigen. Sie war ganz schön groß. Aber das hatte mir meine Frauenärztin schon vorher gesagt. Kein Wunder, dass mein Bauch größer als alle anderen Bäuche von "gleich weiten" schwangeren war. Viel Fruchtwasser, große Plazenta und das Baby.

Der Arzt kam und sagte, dass ich einen minimalen Riss hatte, den er jetzt lokal betäuben und nähen würde. Die Spritzen taten schon noch weh, vom Nähen bekam ich aber nichts mit.

Dann ließ man uns allein, um uns kennen zu lernen. Ich rief meine Mama an und bat sie, trotzdem noch zu kommen. Sie wollte gegen 10 da sein. Mein Mann rief seine Eltern an und teilte ihnen mit, dass sie Großeltern geworden sind. Dann kam eine Hebamme und wog, vermaß und fotografierte mein Baby. Sie zeigte mir, wie ich das erste mal stillen könnte. Ich legte mich auf die rechte Seite und sie legte meine kleine ganz dicht an mich heran. Sie begann sofort zu suchen und schnell war die Brust gefunden. Ich konnte sie nur betrachten. Was für ein wunderschönes Baby. Sie sah so gesund und lieblich und zart aus, ich finde keine Worte dafür. 2 Stunden später schob man uns auf unser Zimmer, wo die kleine angezogen und gewickelt wurde. Meine Mama kam kurz darauf herein und war ebenso verzückt wie verliebt.

Wir sind nun endlich zu dritt. Und ich liebe meine kleine so sehr, wie ich es mir niemals vorstellen konnte, jemanden zu lieben. Es gibt keine Worte für dieses Gefühl. Vor lauter Liebe könnte ich weinen. Wenn ich sie ansehe, erfüllt sich mein komplettes Herz mit Freude. Mein Herz schlägt schneller, meine Gedanken kreisen sich nur noch um sie. Diese tiefe, tiefe Liebe wünsche ich jedem Menschen auf der Welt.

Das Mysterium der Mutterliebe hat sich mir nun offenbart. Und ich bin dankbar für diese unglaublich emotionale und wunderbare Erfahrung.





Von 0 auf 100 in einer Stunde - ein ehrlicher Bericht

Aucun commentaire:

Enregistrer un commentaire