so nachdem schon einige Zeit vergangen ist, möchte ich nun auch über unsere Geburt schreiben.
Achtung - sehr lang!!! :rolleyes:
alles begann eigentlich schon eine Woche vor der Geburt, es war so ca. 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und da ich mich ja super auf die Geburt vorbereiten wollte, hatte ich mir einen Himbeerblättertee gekauft und angefangen zu trinken. Das war Donnerstag, der 20. November 2014
ja und dann ging unsere Reise los :)
von Freitag auf Samstag löste sich der Schleimpfropf und die ersten Senkwehen, wenn es denn überhaupt welche waren, gingen los. Komischerweise hatte ich diese Wehen immer nur in der Nacht, so dass ich kaum schlafen konnte. Tagsüber merkte ich fast gar nichts.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden die Wehen allerdings schon heftiger und in kürzeren Abständen. Ca. alle 10 Min. und ich dachte "ach neee, bitte jetzt noch nicht", aber nachdem ich aufgestanden war, war fast alles wieder weg. :cool:
Nur ich hatte extrem viel Schleimabgang und in der nachfolgenden Nacht ging das Spiel von vorne los. Da hatte ich echt schon Bedenken und rief meine Hebamme an, sie meinte erstmal mit dem Tee pausieren (das hatte ich eh schon) und wenn es nicht besser wird, dann sollte ich mich bei meiner Gyn vorstellen.
Natürlich wurde es nicht besser, so dass ich dann am 25.11. aus der Reihe bei meiner Frauenärtzin vorbeischaute.
Einen Tag zuvor hatte ich glücklicherweise schon meinen Klinikkoffer gepackt. Ich schrieb dann noch mit einer Freundin per what´s a**, ob ich jetzt wirklich zu meiner Gyn sollte.
Aber dann machte ich mich doch auf den Weg. Meine Freundin schrieb dann ganz entsetzt "Waaaassss, du fährst selber?!?!" "Nix da, ich fahr dich!"
So bin ich dann mit dem Auto zu meiner Freundin und sie ist dann weitergefahren.
Bei meiner Gyn angekommen wurde erstmal ein CTG gemacht. Natürlich keine Wehen!!!! Und so musste ich erstmal warten bis ich dran kam. Ich hab dann schön im Wartezimmer meine Wehen veratmet, wo ich nur dachte "also wenn das keine Wehen sind" :eek:
Bei der Untersuchung stellte sich dann raus, dass mein Gebärmutterhals so gut wie verstrichen war und der MuMu fingerdurchlässig. Da bekam meine Gyn große Augen und stellte mir eine Einweisung fürs Krankenhaus aus.
Als wir aus der Praxis draußen waren, da kullteren erstmal die Tränen bei mir - ich war erstmal mit der Situation etwas überfordert. Mein Mann unter der Woche nicht daheim und ich sollte jetzt ins KH, zum Glück war meine Freundin dabei, die mich erstmal aufbaute und mich ins KH gefahren hat.
Dort wurde ich erneut untersucht (US + CTG) und natürlich waren wieder keine Wehen am CTG zu sehn. Mir wurde freigestellt, ob ich gehen möchte oder nicht. Da ich ja bereits in der 35.SSW war und sie meinten, dass sie keine Zwangsmaßnahmen einleiten, aber jeder Tag wo das Kind länger drinbleibt sinnvoll ist. So entschied ich mich zu bleiben und an den Tropf (Wehenhemmer) zu kommen.
In der Zwischenzeit hatten wir auch meinen Mann informiert, der war natürlich auch erstmal fertig und machte sich tausend Gedanken. Nach der Aufnahme im Kreissaal etc. wurde ich auf die Entbindungsstation in mein Zimmer gebracht und ich bekam die ersten Infusion.
Nach kurzer Zeit bekam ich dann dieses besagte "Zittern und Herzflattern", dass ist ja mal überhaupt nicht angenehm. Meine Freundin brachte mir dann noch Zeitschriften und Süßes.
Und dann lag ich da... :traurig:
alle paar Stunden sollte ich zum CTG, aber KEINE Wehen.
und so vergingen die Tage, bis zum Donnerstag. Da wurde ich nochmal untersucht, der GMH hatte sich nochmal etwas verkürzt, aber da ich ja (angeblich) keine Wehen hatte, durfte ich nachhause.
So hab ich dann meine Freundin angerufen, dass sie mich abholen könnte, meinen Koffer hatte ich auch scho gepackt und war fertig für die Abreise.
15 Uhr: Wir wollten grad gehen, da sag ich zu meiner Freundin "ach, ich geh nochmal schnell auf die Toilette" bis ich daheim bin dauert es ja ein bisschen... und ich geh auf die Toilette und sehe, dass in meiner Einlage Blut ist... und ich dachte "NEIN, dass kann doch jetzt nicht wahr sein". Mir lief ein Schauer über den Rücken, weil ich ja nicht wusste woher es kam.
Ich zu meiner Freundin: "so können meinen Koffer wieder auspacken", meine Freundin ist dann sofort zu einer Schwester und die schickte uns dann gleich wieder in den Kreissaal - CTG schreiben.
Die Blutung hörte erstmal nicht auf und so wurde ich nochmal untersucht, der Oberarzt meinte, dass ich hierbleiben muss solange ich blute und das sich eben was am Mumu tut und deswegen würde ich bluten.
Und die Wehen wurden natürlich auch wieder stärker, aber auf dem CTG war eine klare Nulllinie!! :mad:
Aber ich wurde erstmal wieder auf mein Zimmer geschickt, meine Freundin hatte zum Glück Zeit und konnte bei mir bleiben.
Die Wehen wurden immer stärker und ich sie teilweise wieder veratmen musste. So sind wir dann wieder in den Kreissaal und ich wurde immer schief angeschaut, weil auf dem CTG kein Ausschlag war, ich aber wirklich teilweise Schmerzen hatte.
Dann wurde ich nochmal vom diensthabenden Arzt untersucht, natürlich waren die Blutungen nicht weg. Untersuchung *autsch* :(
Ich wollte dann wissen, wie es denn jetzt ausschaut, weil ich meinen Mann anrufen müsste und er fast 150km erst herfahren muss. Er meinte "rufen sie ihren Mann an". Mein Mann war erstmal total perplex und wusste im ersten Moment auch nicht so recht. :(
Da war es so 18:30 Uhr oder so, ich weiß es gar nimma genau. Meine Freundin konnte zum Glück noch bleiben. Und ich lag da so auf dem Gang der Kreissaales auf einem Sofa am CTG-Schreiber und habe schön meine Wehen veratmet. Und da hatte ich dann wirklich mal eine sehr nette, junge Hebamme, die mir geglaubt hat, dass ich wirklich Wehen hatte, dazu mein Bauch auch wirklich sehr hart wurde, aber auf dem CTG - Nulllinie! Sie meinte, dass kann schon vorkommen, dass man extreme Wehen hat, diese aber nur in den unteren Bereich bzw. in den Rücken ausstrahlen und diese dann aber nicht aufgezeichnet werden.
Meine Freundin wurde scho ganz panisch, weil ich da so lag und meine Wehen veratmete. Sie: oh gott, kommt das Kind?!?!" Ich: "nein, alles noch gut". Eine Stunde später, mein Mann ist gefahren wie ein Irrer, war er dann auch da. Und hat mich lieb umsorgt und gefragt, was ich denn immer für Sachen mache! :rolleyes:
Meine Freundin verabschiedete sich dann und wir blieben im Kreissaal liegen. Die Wehen wurden stärker und der diensthabende Arzt meinte "ach der Kleine kommt heute bestimmt noch", da war es 20:30Uhr. Ich bekam dann einen Schmerztropf und durfte mich im Wehenzimmer aufs Sofa legen.
Das Zeug haut ja echt rein. Fühlt man sich wie auf Wolken. Aber von Wehen war dann keine Spur mehr und am MuMu hatte sich auch noch nicht wirklich was getan. So sind wir dann (ich glaub es war so 23:30 Uhr) ins Bett gegangen. Natürlich konnte ich, wie auch die letzten Nächte zuvor nicht wirklich schlafen, obwohl ich total fertig war. Die Wehen kamen und gingen, aber nichts von Bedeutung.
Am nächsten früh wieder in den Kreissaal zum CTG, aber (ihr wisst es ja) - Nulllienie!
Dann kam die Visite und die Ärzte meinten, dass wir jetzt abwarten und sehen was die Zeit bringt und ich erst wieder in den Kreissaal soll, wenn ich wirklich regelmäßige Wehen über eine Stunde hätte.
(ich dachte nur A***, die hatte ich doch scho die ganze Zeit).. naja ich nickte und legte mich ins Bett. Da war es so hmm.. 9.00 - 9.30 Uhr
Ich lag im Bett und habe schöne meine Wehen veratmet, die teilweise sehr heftig und auch ziemlich lange dauerten, aber ich wollte nicht gleich scho wieder in den Kreissaal. Gegen halb 11 habs ich aber dann nicht mehr ausgehalten und wir sind dann doch wieder in Richtung Kreissaal. Und dann bekam ich eine reservierte, aber nette Hebamme. Ich hatte zwar wie immer auf dem CTG keine Wehen ,aber sie merkte trotzdem, dass ich starke Schmerzen hatte und so sind wir dann in ein Kreissaalzimmer umgezogen. Um 11:30 Uhr hatte ich dann einen Blasensprung und dann wussten wir "jetzt kommt bald unser Sohn auf die Welt" :)
Leider hatte sich die ganze Zeit nichts am Mumu getan, war ziemlich fest und nur bei 1cm. Dann habe ich mir eine PDA legen lassen, damit ich mich etwas entspannen konnte. Und so vergingen die ersten Stunden, ohne größere Zwischenfälle. Dann wurde uns der Chefarzt der Kinderklinik geschickt, da wir ja ein Frühchen bekommen sollen, hat er uns etwas über die Vorgehnsweise nach der Geburt aufgeklärt. Da sah ich noch alles gelassen. Dann haben die Hebammen gewechselt und ich bekam wieder die nette, junge von dem Abend zuvor. Ach war ich froh. Zeitweise bin ich dann aufgestanden und etwas rumgelaufen, da sich am Mumu immernoch nichts tun wollte. Der MuMu wurde mir dann nach und nach aufgedehnt (ein Glück, dass Frau ne PDA hatte).
Naja und so vergingen auch die nächsten Stunden, alles war noch recht entspannt im Kreissaal und auch der Wehenschmerz war weg. Gegen Abend kam dann der Chefarzt der Entbindung und meinte, da wir nach dem Blasensprung nicht ewig warten sollten, würden wir etwas nachhelfen. So wurde mir ein Gel gelegt, was auch seeeehr bald seeehr gut angeschlagen hat. UUUha endlich zeigte auch mal das CTG eine Wehentätigkeit an und so wehte ich halt vor mich hin. In der Zwischenzeit wurde dann auch der Rest der Fruchtblase geöffnet, da ein Teil noch vor dem Geburtskanal lag. Aber ohne Hilfe öffnete sich der Mumu trotzdem nicht. Gegen 22 Uhr war dann wieder ein Schichtwechsel der Hebammen. Wieder hatten wir Glück und bekamen eine ganz nette und junge Hebamme. Wir haben uns ganz nett unterhalten und hatten noch unseren Spaß im Kreissaal. Irgendwann war dann der Mumu vollständig offen und ich konnte hatte teilweise einen richtig guten Druck nach unten, so dass ich schon etwas mitpressen konnte, aber so wirklich tat sich nichts.
Die Hebamme hatte alles schon vorbereitet und konnte sogar schon die Haarfarbe von unserem Kleinen erkennen. Und ich dachte nur, wow - super, bald aber wir es geschafft.
Aber dann hörten die Wehen ganz auf und wollten auch nicht wieder kommen, so dass mir einen Wehentropf geleget wurde.
Nach 45 min tat sich aber noch so rein gar nichts, dass wieder der Chefarzt kam und der Wehentropf dann mal richtig aufgedreht wurde. Am Anfang tat sich immernoch nichts und dann bekam ich zwar heftige Schmerzen, aber keine richtigen Wehen. Der Schmerz war nur in der rechten Leiste zu spüren und solch einen Schmerz hatte ich noch nie gehabt. :eek:
Der Schmerz wurde zu einem Dauerschmerz egal wie ich auch lag, der Schmerz war immer da.
ICh sollte mich dann auf die Seite drehen und pressen, aber es ging nicht, der Druck nach unten war einfach weg und so konnte ich nicht richtig mitpressen und irgendwann habe ich dann das Zeitgefühl verloren.
Ich hab irgendwann nur noch gestöhnt, weil dieser Schmerz so unterträglich und kaum auszuhalten war, dann kamen noch zwei Ärzte und die andere Hebamme dazu und meinten ich soll mal richtig mitpressen, aber es ging nichts voran. Später standen dann noch der Kinderarzt und eine Kinderkrankenschwester am Ende vom Zimmer. Die kommen immer dazu, wenn ein Frühchen erwartet wird.
Aber es ging einfach nicht weiter und mir kamen fast die Tränen, weil es nicht mehr auszuhalten war und sie mir aber auch keine weitere Dosis der PDA spritzen wollten, weil diese die Geburt noch weiter hätte aufhalten können. Also hab ich gepresst und gepresst, ich weiß gar nicht wielang und wie oft... irgendwann ist alles nur noch hinter einem Tuch und man hat einen Tunnelblick.
Dann sagte der Arzt, ich sollte doch mal richtig pressen!!!?? ich "hääää?!?!?", wie soll ich das denn machen, ohne eine richtige Wehe, ohne den Druck nach unten?!?! Ich schaute nur entsetzt zu meiner Hebamme, die sagte "passt scho, alles gut"
Kurz später sagte der Arzt, also so geht es nicht weiter, wir machen einen Dammschnitt mit Saugglocke, ich war geschockt und froh zugleich, denn diese Schmerzen sollten endlich aufhören. :(
Das Anlegen der Saugglocke war etwas schmerzhaft, den Schnitt hab ich gar nicht gespürt und dann sollte ich wieder pressen und ich hab gepresst und gepresst... ich hab gedacht mein Kopf platz und ich hab bestimmt ohne Ende geschrieen vor Schmerz, aber das ist alles so in einem Tuch eingehüllt.
Zu guter letzt haben sie dann ein Tuch um meinen Bauch und die zweite Hebamme und zweite Ärtzin haben dann von oben noch auf meinen Bauch gedrückt und mitgeschoben..
oooh gott ich dachte nur "entweder ihr holt gleich dieses Kind oder ihr lasst mich sofort sterben" weil es einfach unerträglich wurde und es nicht aufhören wollte.
Sie haben immer wieder gesagt, komm das schaffst du. Auch mein Mann neben mir "komm das schaffst du".. irgendwann nach einer halben Ewigkeit hörte ich auf einmal "der Kopf ist da", da kam ich dann wieder etwas zu mir. Ich muss wohl einen total Black-out gehabt haben und mit der nächsten Wehe war unser kleiner Mann endlich da ... :)
Sie haben ihn mir dann auf den Bauch gelegt und ich musste erstmal wieder richtig zu mir kommen. Und da lag er, so klein und blutverschmiert. Er hat auch gleich geschrien (glaub ich). Da wussten auch dann alle warum der kleine Mann nicht so recht wollte, er war ein kleiner Sterngucker und hatte uns alle Mühe und Kraft gekostet. Denn er lag ja schon perfekt unten, nur dieser letzte Schups, den wollte er dann doch nicht machen.
Er wurde mir dann auf den Bauch gelegt, aber ich hatte kaum Kraft ihn zu halten. Dann haben sie ihn kurz mitgenommen zum Anschauen und ich wurde versorgt.
Und ich wollte nur noch meine Beine runternehmen, dass war alles so verzwickt, peinlich und unangenehm.
Lenn hatten sie in der Zeit in der Zeit in ein Handtuch gewickelt und gefragt, ob ich ihn nochmal nehmen wollte, aber ich winkte nur ab.. ich hatte keine Kraft, alles war so schwer. :(
Da war er also endlich: Lenn geb. am 29.11.2014 um 1:01 Uhr mit 2635g, 48 cm :) :hearts::krabbeln:
Dann wurde er in den Inkubator gelegt und auf die Frühchen-Intensiv gebracht.
Ich wurde noch restlich versorgt und auf einmal schauten mich die Hebamme und die Ärztin entsetzt an, ich war richtig blass und fahl im Gesicht geworden und hörte alles wieder, wie zuvor, wie durch ein Tuch. Mein Blutdruck war extrem abgesackt und so bekam ich dann nochmal eine Extraportion an Infusionen. (später stellten sie fest, dass mein HB/Eisenwert nur noch bei 7 war)
Dann saß mein Mann neben mir und auf einmal kullerten nur noch die Tränen, dass war einfach alles zu viel für mich. Die Schmerzen, der Verlauf der Geburt und das mein Kind einfach nicht bei uns sein konnte.
Sie ließen uns dann kurz alleine, so dass wir einen Moment für uns hatten.
Mein Mann sagte: eine Stunde länger und ich hätte auch nicht mehr zuschauen können.
Ich glaube für unsere Männer ist das teilweise noch schlimmer, weil sie einfach nur zuschauen, uns aber nicht helfen können.
Ich wurde dann zurück ins Zimmer geschoben und dann holte die Schwester einen Rollstuhl für mich und dann sind wir auf die Frühchen-Intensiv zu unserem kleinen Sohn gefahren.
Irgendwie schrecklich ihn da liegen zu sehen, ihn aber nicht wirklich bei sich haben zu können. :(
Genau 2 Wochen nach der Entbindung durften Lenn und ich endlich nach Hause.
Es hat sehr viel Zeit gebraucht, bis ich mich wirklich von allem erhohlt hatte und die Geburt habe ich bis heute anscheinend noch nicht wirklich verarbeitet (weil mir immernoch die Tränen laufen).
Aber ich bin dann doch froh, dass alles soweit gut verlaufen ist und wir beide gesund sind und Lenn eine kleine Raupe Nimmersatt geworden ist!
Und die Gedanken an ein zweites Kind, dann doch schneller kamen als gedacht! :D
Achtung - sehr lang!!! :rolleyes:
alles begann eigentlich schon eine Woche vor der Geburt, es war so ca. 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und da ich mich ja super auf die Geburt vorbereiten wollte, hatte ich mir einen Himbeerblättertee gekauft und angefangen zu trinken. Das war Donnerstag, der 20. November 2014
ja und dann ging unsere Reise los :)
von Freitag auf Samstag löste sich der Schleimpfropf und die ersten Senkwehen, wenn es denn überhaupt welche waren, gingen los. Komischerweise hatte ich diese Wehen immer nur in der Nacht, so dass ich kaum schlafen konnte. Tagsüber merkte ich fast gar nichts.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden die Wehen allerdings schon heftiger und in kürzeren Abständen. Ca. alle 10 Min. und ich dachte "ach neee, bitte jetzt noch nicht", aber nachdem ich aufgestanden war, war fast alles wieder weg. :cool:
Nur ich hatte extrem viel Schleimabgang und in der nachfolgenden Nacht ging das Spiel von vorne los. Da hatte ich echt schon Bedenken und rief meine Hebamme an, sie meinte erstmal mit dem Tee pausieren (das hatte ich eh schon) und wenn es nicht besser wird, dann sollte ich mich bei meiner Gyn vorstellen.
Natürlich wurde es nicht besser, so dass ich dann am 25.11. aus der Reihe bei meiner Frauenärtzin vorbeischaute.
Einen Tag zuvor hatte ich glücklicherweise schon meinen Klinikkoffer gepackt. Ich schrieb dann noch mit einer Freundin per what´s a**, ob ich jetzt wirklich zu meiner Gyn sollte.
Aber dann machte ich mich doch auf den Weg. Meine Freundin schrieb dann ganz entsetzt "Waaaassss, du fährst selber?!?!" "Nix da, ich fahr dich!"
So bin ich dann mit dem Auto zu meiner Freundin und sie ist dann weitergefahren.
Bei meiner Gyn angekommen wurde erstmal ein CTG gemacht. Natürlich keine Wehen!!!! Und so musste ich erstmal warten bis ich dran kam. Ich hab dann schön im Wartezimmer meine Wehen veratmet, wo ich nur dachte "also wenn das keine Wehen sind" :eek:
Bei der Untersuchung stellte sich dann raus, dass mein Gebärmutterhals so gut wie verstrichen war und der MuMu fingerdurchlässig. Da bekam meine Gyn große Augen und stellte mir eine Einweisung fürs Krankenhaus aus.
Als wir aus der Praxis draußen waren, da kullteren erstmal die Tränen bei mir - ich war erstmal mit der Situation etwas überfordert. Mein Mann unter der Woche nicht daheim und ich sollte jetzt ins KH, zum Glück war meine Freundin dabei, die mich erstmal aufbaute und mich ins KH gefahren hat.
Dort wurde ich erneut untersucht (US + CTG) und natürlich waren wieder keine Wehen am CTG zu sehn. Mir wurde freigestellt, ob ich gehen möchte oder nicht. Da ich ja bereits in der 35.SSW war und sie meinten, dass sie keine Zwangsmaßnahmen einleiten, aber jeder Tag wo das Kind länger drinbleibt sinnvoll ist. So entschied ich mich zu bleiben und an den Tropf (Wehenhemmer) zu kommen.
In der Zwischenzeit hatten wir auch meinen Mann informiert, der war natürlich auch erstmal fertig und machte sich tausend Gedanken. Nach der Aufnahme im Kreissaal etc. wurde ich auf die Entbindungsstation in mein Zimmer gebracht und ich bekam die ersten Infusion.
Nach kurzer Zeit bekam ich dann dieses besagte "Zittern und Herzflattern", dass ist ja mal überhaupt nicht angenehm. Meine Freundin brachte mir dann noch Zeitschriften und Süßes.
Und dann lag ich da... :traurig:
alle paar Stunden sollte ich zum CTG, aber KEINE Wehen.
und so vergingen die Tage, bis zum Donnerstag. Da wurde ich nochmal untersucht, der GMH hatte sich nochmal etwas verkürzt, aber da ich ja (angeblich) keine Wehen hatte, durfte ich nachhause.
So hab ich dann meine Freundin angerufen, dass sie mich abholen könnte, meinen Koffer hatte ich auch scho gepackt und war fertig für die Abreise.
15 Uhr: Wir wollten grad gehen, da sag ich zu meiner Freundin "ach, ich geh nochmal schnell auf die Toilette" bis ich daheim bin dauert es ja ein bisschen... und ich geh auf die Toilette und sehe, dass in meiner Einlage Blut ist... und ich dachte "NEIN, dass kann doch jetzt nicht wahr sein". Mir lief ein Schauer über den Rücken, weil ich ja nicht wusste woher es kam.
Ich zu meiner Freundin: "so können meinen Koffer wieder auspacken", meine Freundin ist dann sofort zu einer Schwester und die schickte uns dann gleich wieder in den Kreissaal - CTG schreiben.
Die Blutung hörte erstmal nicht auf und so wurde ich nochmal untersucht, der Oberarzt meinte, dass ich hierbleiben muss solange ich blute und das sich eben was am Mumu tut und deswegen würde ich bluten.
Und die Wehen wurden natürlich auch wieder stärker, aber auf dem CTG war eine klare Nulllinie!! :mad:
Aber ich wurde erstmal wieder auf mein Zimmer geschickt, meine Freundin hatte zum Glück Zeit und konnte bei mir bleiben.
Die Wehen wurden immer stärker und ich sie teilweise wieder veratmen musste. So sind wir dann wieder in den Kreissaal und ich wurde immer schief angeschaut, weil auf dem CTG kein Ausschlag war, ich aber wirklich teilweise Schmerzen hatte.
Dann wurde ich nochmal vom diensthabenden Arzt untersucht, natürlich waren die Blutungen nicht weg. Untersuchung *autsch* :(
Ich wollte dann wissen, wie es denn jetzt ausschaut, weil ich meinen Mann anrufen müsste und er fast 150km erst herfahren muss. Er meinte "rufen sie ihren Mann an". Mein Mann war erstmal total perplex und wusste im ersten Moment auch nicht so recht. :(
Da war es so 18:30 Uhr oder so, ich weiß es gar nimma genau. Meine Freundin konnte zum Glück noch bleiben. Und ich lag da so auf dem Gang der Kreissaales auf einem Sofa am CTG-Schreiber und habe schön meine Wehen veratmet. Und da hatte ich dann wirklich mal eine sehr nette, junge Hebamme, die mir geglaubt hat, dass ich wirklich Wehen hatte, dazu mein Bauch auch wirklich sehr hart wurde, aber auf dem CTG - Nulllinie! Sie meinte, dass kann schon vorkommen, dass man extreme Wehen hat, diese aber nur in den unteren Bereich bzw. in den Rücken ausstrahlen und diese dann aber nicht aufgezeichnet werden.
Meine Freundin wurde scho ganz panisch, weil ich da so lag und meine Wehen veratmete. Sie: oh gott, kommt das Kind?!?!" Ich: "nein, alles noch gut". Eine Stunde später, mein Mann ist gefahren wie ein Irrer, war er dann auch da. Und hat mich lieb umsorgt und gefragt, was ich denn immer für Sachen mache! :rolleyes:
Meine Freundin verabschiedete sich dann und wir blieben im Kreissaal liegen. Die Wehen wurden stärker und der diensthabende Arzt meinte "ach der Kleine kommt heute bestimmt noch", da war es 20:30Uhr. Ich bekam dann einen Schmerztropf und durfte mich im Wehenzimmer aufs Sofa legen.
Das Zeug haut ja echt rein. Fühlt man sich wie auf Wolken. Aber von Wehen war dann keine Spur mehr und am MuMu hatte sich auch noch nicht wirklich was getan. So sind wir dann (ich glaub es war so 23:30 Uhr) ins Bett gegangen. Natürlich konnte ich, wie auch die letzten Nächte zuvor nicht wirklich schlafen, obwohl ich total fertig war. Die Wehen kamen und gingen, aber nichts von Bedeutung.
Am nächsten früh wieder in den Kreissaal zum CTG, aber (ihr wisst es ja) - Nulllienie!
Dann kam die Visite und die Ärzte meinten, dass wir jetzt abwarten und sehen was die Zeit bringt und ich erst wieder in den Kreissaal soll, wenn ich wirklich regelmäßige Wehen über eine Stunde hätte.
(ich dachte nur A***, die hatte ich doch scho die ganze Zeit).. naja ich nickte und legte mich ins Bett. Da war es so hmm.. 9.00 - 9.30 Uhr
Ich lag im Bett und habe schöne meine Wehen veratmet, die teilweise sehr heftig und auch ziemlich lange dauerten, aber ich wollte nicht gleich scho wieder in den Kreissaal. Gegen halb 11 habs ich aber dann nicht mehr ausgehalten und wir sind dann doch wieder in Richtung Kreissaal. Und dann bekam ich eine reservierte, aber nette Hebamme. Ich hatte zwar wie immer auf dem CTG keine Wehen ,aber sie merkte trotzdem, dass ich starke Schmerzen hatte und so sind wir dann in ein Kreissaalzimmer umgezogen. Um 11:30 Uhr hatte ich dann einen Blasensprung und dann wussten wir "jetzt kommt bald unser Sohn auf die Welt" :)
Leider hatte sich die ganze Zeit nichts am Mumu getan, war ziemlich fest und nur bei 1cm. Dann habe ich mir eine PDA legen lassen, damit ich mich etwas entspannen konnte. Und so vergingen die ersten Stunden, ohne größere Zwischenfälle. Dann wurde uns der Chefarzt der Kinderklinik geschickt, da wir ja ein Frühchen bekommen sollen, hat er uns etwas über die Vorgehnsweise nach der Geburt aufgeklärt. Da sah ich noch alles gelassen. Dann haben die Hebammen gewechselt und ich bekam wieder die nette, junge von dem Abend zuvor. Ach war ich froh. Zeitweise bin ich dann aufgestanden und etwas rumgelaufen, da sich am Mumu immernoch nichts tun wollte. Der MuMu wurde mir dann nach und nach aufgedehnt (ein Glück, dass Frau ne PDA hatte).
Naja und so vergingen auch die nächsten Stunden, alles war noch recht entspannt im Kreissaal und auch der Wehenschmerz war weg. Gegen Abend kam dann der Chefarzt der Entbindung und meinte, da wir nach dem Blasensprung nicht ewig warten sollten, würden wir etwas nachhelfen. So wurde mir ein Gel gelegt, was auch seeeehr bald seeehr gut angeschlagen hat. UUUha endlich zeigte auch mal das CTG eine Wehentätigkeit an und so wehte ich halt vor mich hin. In der Zwischenzeit wurde dann auch der Rest der Fruchtblase geöffnet, da ein Teil noch vor dem Geburtskanal lag. Aber ohne Hilfe öffnete sich der Mumu trotzdem nicht. Gegen 22 Uhr war dann wieder ein Schichtwechsel der Hebammen. Wieder hatten wir Glück und bekamen eine ganz nette und junge Hebamme. Wir haben uns ganz nett unterhalten und hatten noch unseren Spaß im Kreissaal. Irgendwann war dann der Mumu vollständig offen und ich konnte hatte teilweise einen richtig guten Druck nach unten, so dass ich schon etwas mitpressen konnte, aber so wirklich tat sich nichts.
Die Hebamme hatte alles schon vorbereitet und konnte sogar schon die Haarfarbe von unserem Kleinen erkennen. Und ich dachte nur, wow - super, bald aber wir es geschafft.
Aber dann hörten die Wehen ganz auf und wollten auch nicht wieder kommen, so dass mir einen Wehentropf geleget wurde.
Nach 45 min tat sich aber noch so rein gar nichts, dass wieder der Chefarzt kam und der Wehentropf dann mal richtig aufgedreht wurde. Am Anfang tat sich immernoch nichts und dann bekam ich zwar heftige Schmerzen, aber keine richtigen Wehen. Der Schmerz war nur in der rechten Leiste zu spüren und solch einen Schmerz hatte ich noch nie gehabt. :eek:
Der Schmerz wurde zu einem Dauerschmerz egal wie ich auch lag, der Schmerz war immer da.
ICh sollte mich dann auf die Seite drehen und pressen, aber es ging nicht, der Druck nach unten war einfach weg und so konnte ich nicht richtig mitpressen und irgendwann habe ich dann das Zeitgefühl verloren.
Ich hab irgendwann nur noch gestöhnt, weil dieser Schmerz so unterträglich und kaum auszuhalten war, dann kamen noch zwei Ärzte und die andere Hebamme dazu und meinten ich soll mal richtig mitpressen, aber es ging nichts voran. Später standen dann noch der Kinderarzt und eine Kinderkrankenschwester am Ende vom Zimmer. Die kommen immer dazu, wenn ein Frühchen erwartet wird.
Aber es ging einfach nicht weiter und mir kamen fast die Tränen, weil es nicht mehr auszuhalten war und sie mir aber auch keine weitere Dosis der PDA spritzen wollten, weil diese die Geburt noch weiter hätte aufhalten können. Also hab ich gepresst und gepresst, ich weiß gar nicht wielang und wie oft... irgendwann ist alles nur noch hinter einem Tuch und man hat einen Tunnelblick.
Dann sagte der Arzt, ich sollte doch mal richtig pressen!!!?? ich "hääää?!?!?", wie soll ich das denn machen, ohne eine richtige Wehe, ohne den Druck nach unten?!?! Ich schaute nur entsetzt zu meiner Hebamme, die sagte "passt scho, alles gut"
Kurz später sagte der Arzt, also so geht es nicht weiter, wir machen einen Dammschnitt mit Saugglocke, ich war geschockt und froh zugleich, denn diese Schmerzen sollten endlich aufhören. :(
Das Anlegen der Saugglocke war etwas schmerzhaft, den Schnitt hab ich gar nicht gespürt und dann sollte ich wieder pressen und ich hab gepresst und gepresst... ich hab gedacht mein Kopf platz und ich hab bestimmt ohne Ende geschrieen vor Schmerz, aber das ist alles so in einem Tuch eingehüllt.
Zu guter letzt haben sie dann ein Tuch um meinen Bauch und die zweite Hebamme und zweite Ärtzin haben dann von oben noch auf meinen Bauch gedrückt und mitgeschoben..
oooh gott ich dachte nur "entweder ihr holt gleich dieses Kind oder ihr lasst mich sofort sterben" weil es einfach unerträglich wurde und es nicht aufhören wollte.
Sie haben immer wieder gesagt, komm das schaffst du. Auch mein Mann neben mir "komm das schaffst du".. irgendwann nach einer halben Ewigkeit hörte ich auf einmal "der Kopf ist da", da kam ich dann wieder etwas zu mir. Ich muss wohl einen total Black-out gehabt haben und mit der nächsten Wehe war unser kleiner Mann endlich da ... :)
Sie haben ihn mir dann auf den Bauch gelegt und ich musste erstmal wieder richtig zu mir kommen. Und da lag er, so klein und blutverschmiert. Er hat auch gleich geschrien (glaub ich). Da wussten auch dann alle warum der kleine Mann nicht so recht wollte, er war ein kleiner Sterngucker und hatte uns alle Mühe und Kraft gekostet. Denn er lag ja schon perfekt unten, nur dieser letzte Schups, den wollte er dann doch nicht machen.
Er wurde mir dann auf den Bauch gelegt, aber ich hatte kaum Kraft ihn zu halten. Dann haben sie ihn kurz mitgenommen zum Anschauen und ich wurde versorgt.
Und ich wollte nur noch meine Beine runternehmen, dass war alles so verzwickt, peinlich und unangenehm.
Lenn hatten sie in der Zeit in der Zeit in ein Handtuch gewickelt und gefragt, ob ich ihn nochmal nehmen wollte, aber ich winkte nur ab.. ich hatte keine Kraft, alles war so schwer. :(
Da war er also endlich: Lenn geb. am 29.11.2014 um 1:01 Uhr mit 2635g, 48 cm :) :hearts::krabbeln:
Dann wurde er in den Inkubator gelegt und auf die Frühchen-Intensiv gebracht.
Ich wurde noch restlich versorgt und auf einmal schauten mich die Hebamme und die Ärztin entsetzt an, ich war richtig blass und fahl im Gesicht geworden und hörte alles wieder, wie zuvor, wie durch ein Tuch. Mein Blutdruck war extrem abgesackt und so bekam ich dann nochmal eine Extraportion an Infusionen. (später stellten sie fest, dass mein HB/Eisenwert nur noch bei 7 war)
Dann saß mein Mann neben mir und auf einmal kullerten nur noch die Tränen, dass war einfach alles zu viel für mich. Die Schmerzen, der Verlauf der Geburt und das mein Kind einfach nicht bei uns sein konnte.
Sie ließen uns dann kurz alleine, so dass wir einen Moment für uns hatten.
Mein Mann sagte: eine Stunde länger und ich hätte auch nicht mehr zuschauen können.
Ich glaube für unsere Männer ist das teilweise noch schlimmer, weil sie einfach nur zuschauen, uns aber nicht helfen können.
Ich wurde dann zurück ins Zimmer geschoben und dann holte die Schwester einen Rollstuhl für mich und dann sind wir auf die Frühchen-Intensiv zu unserem kleinen Sohn gefahren.
Irgendwie schrecklich ihn da liegen zu sehen, ihn aber nicht wirklich bei sich haben zu können. :(
Genau 2 Wochen nach der Entbindung durften Lenn und ich endlich nach Hause.
Es hat sehr viel Zeit gebraucht, bis ich mich wirklich von allem erhohlt hatte und die Geburt habe ich bis heute anscheinend noch nicht wirklich verarbeitet (weil mir immernoch die Tränen laufen).
Aber ich bin dann doch froh, dass alles soweit gut verlaufen ist und wir beide gesund sind und Lenn eine kleine Raupe Nimmersatt geworden ist!
Und die Gedanken an ein zweites Kind, dann doch schneller kamen als gedacht! :D
Unser Sternengucker-Frühchen (oder wie aus einem Januarkind ein Novemberkind wurde)
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