mardi 10 février 2015

Und es kam alles anders

Den Geburtsbericht habe ich vorallem für mich geschrieben. Ich musste die Geburt gut verdauuen. Ich habe mich auf alles vorbereitet, aber der Körper macht dann doch was er will. Und damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Ich bin gespannt, wie für Euch das ganze rüberkommt. Denn ich werde noch eine Weile brauchen, bis ich alles verdaut habe. Es tat gut das ganze niederzuschreiben und jetzt möchte ich es mit euch teilen. Deswegen ist der Bericht doch sehr lang geworden.

Aber nun fang ich mal an, mit ein paar Informationen vorab.



Die Schwangerschaft an sich verlief im großen und ganzen ohne Probleme. Ja, ich hatte Probleme auf Arbeit. Mit denen kam ich aber gut zurecht. Es belastete das eine mal mehr oder weniger und gegen Ende wurde ich glücklicherweise dann krank geschrieben vor dem Resturlaub. Das andere übel war der Ischiasnerv. Der hat mich wirklich dolle geärgert. So, dass ich am Ende nur noch begrenzt auf den Seiten schlafen konnte. Auf dem Rücken schlafen ging ja auch nicht mehr.

Aber ich habe die Schwangerschaft genossen. Selbst das viele Sodbrennen bekam ich gut in den Griff. Und als dann die Wassereinlagerungen die letzten Wochen kamen hab ich sie mit einem lächelnden und einem weinenden Auge hingenommen. Es war einfach das Größte für mich die Tritte und Strampeleien meines Babys zu spüren. Ich liebte es, den Bauch zu streicheln. Fotos habe ich auch ganz viele gemacht. Und sogar einen Gipsabdruck. Denn so wohl habe ich mich selten in meinem Körper gefühlt! Und das lag nur an diesem Wunder in mir! Kaum zu glauben, das wir solches Glück haben dürfen!

So, aber nun mal weiter Richtung Geburt. Nach Weihnachten hatte ich die erste von 4 Akupunktursitzungen. Die ein oder andere Nadel tat schon weh. Und von Sitzung zu Sitzung wurden die gemeiner. Die letzte mit Nadeln in den kleinen Zeh autsch. Aber ich sagte mir, ein versuch ist es Wert. Den Himbeerblättertee trank ich echt gerne! Leider waren die Befunde, bezüglich des Sitzes zum Kopf zwiespältig. Meine Hebamme sagte mir jedes mal der ist nicht fest. Laut meiner Gyn war er fest und tief im Becken. Was sollte ich glauben? Im Falle eines Blasensprunges auf jedenfall das schlechtere.

Wehen waren seit Anfang Januar fast tgl. da. Einige Abende waren es sogar schon intensivere, aber nichts dolles. Ich hatte jediglich Angst dann doch den Anfang zu verpassen. :mussweg: Wie falsch ich doch lag :auweia:

Der MM ging minimal auf. Ein Finger passte durch. Das war es. Daran änderte sich nichts. Auf diesen Befund hin wollte meine Hebamme auch nichts weiter anschubsen mit Rizinusöl oder sonstigem.

Somit genoss ich am 29.01.2015 den letzten Abend mit meinem Mann allein gemütlich auf der Couch. Denn am 30.01.2015 um 8 Uhr sollen wir im Klinikum sein zur Einleitung.



30.01.2015

6:00 Uhr klingelt der Wecker. Ein letztes leckeres, leichtes Frühstück, Sachen packen und ab zum Klinikum. Es war alles weiß! Und wir scherzten noch, wenn heute unsere Tochter kommt, kriegt sie den Zweitnamen Schneewittchen. Es war immer mein Traum, dass meine Tochter wie ich „im Schnee“ zur Welt kommt.

7:50 Uhr Ankunft im Klinikum

Die Hebamme, die uns Empfing war mir unsympathisch, Gott wie froh bin ich um meine Beleghebi! Das erste CTG wurde geschrieben und mir wurde eine Braunüle gelegt, aus der mir erstmal einiges an Blut gezapft wurde. Ja, so lag ich da. Wehen wie immer leichte zu erkennen.

8:30 Uhr Ultraschall. Alle ist bestens. Der Kopf fest und das Gewicht wird auf 3750 gramm geschätzt! OMG! :panik: Mit soviel haben wir nicht gerechnet. Bisherige Schätzungen fielen niedriger aus.

Danach mussten wir etwas warten, da gerade Übergabe war. Dann kam die doofe Hebamme nochmal und erklärte, sie probieren seit kurzem vor einer „richtigen“ Einleitung einen Wehencocktail mit Rizinusöl aus und beginnen, falls dieser nichts bewirkt, am nächsten Tag mit der Einleitung. Dies lehnte ich aber ab, da meine Hebi das ja auf Grund des schlechten Befundes nicht probieren wollte.

9:30 Uhr Somit wurde mir nun der Faden gelegt, MM immer noch nur ein Finger durchlässig. Der Wirkstoff war Metondril oder Cytotex, weiß ich nimmer genau. Und zeitgleich wurde das 2. CTG geschrieben. Von nun an alle 2 h für 45 Minuten CTG JUHUUU :(

10:30 Uhr Zimmerbezug. Da aber eine frisch entbundene dalag und sie Besuch hatte, sind wir ein bisschen spazieren gegangen. Die wehen waren schon spürbarer.

11:50 Uhr 3. CTG Wehen haben sich nicht verändert. Und manche werden gar nicht aufgezeichnet. Auf meine Nachfrage wurde mir erklärt, das manche die Wehen einfach unten mehr spüren und die werden dann nicht aufgezeichnet. Wenn ich aber sage ich habe Wehen, dann wird das auch so zur Kenntnis genommen.

12:40 Uhr Gab es lecker Mittagessen. Irgendeinen Eintopf, der sogar fast schon salzig schmeckte! Dann kam der diensthabende Arzt in die Zimmer und meinte, zwischen 22 und 2 Uhr findet meist der Blasensprung statt und dann geht es flott. Danach sind wir nochmal spazieren gegangen; das Klinikum hat leider nur einen sehr kleinen „Park“. Wird ja auch nur als „Patientengarten“ bezeichnet

14:40 Uhr 4. CTG kurz davor fuhr mein Mann nach Hause. Der soll sich mal noch etwas erholen, falls der Arzt recht behalten sollte.

17:00 Uhr Abendessen. Mittlerweile werden die Wehen auch wieder intensiver.

18:00 Uhr 5. CTG Die Wehen werden meist aufgezeichnet. Aber die Ausschläge gehen nur bis 45

18:45 Uhr kommt meine Hebi und untersucht mich. Die ganzen Wehen haben nichts gebracht. Der MM ist max. bei 1 cm.

19:00 Uhr mein Mann kommt wieder. Ich bin froh um seine Unterstützung. Denn tw habe ich unter den Wehen schon anders geatmet.

20:00 Uhr die Wehen werden wieder intensiver.

21:00 Uhr 6. CTG zeichnet wiederum kaum Wehen auf. Ich verzweifelte fast noch. Danach ging mein Mann heim, wenigstens einer sollte in Ruhe schlafen. Habe dann meine Hebamme noch angerufen um Ihr Meldung zu geben. Ich wollte erstmal ohne Schmerztabletten schlafen. Falls es schlimmer wird konnte ich mir jederzeit eine holen. Das nächste CTG sollte ich gegen 9 Uhr am Sonntag schreiben lassen. Dazu kam es ja dann nicht mehr.

Ich habe also noch gemütlich ein bisschen im Bett gelesen. (das entspannt mich immer)

22:10 Uhr befand ich für den richtigen Zeitpunkt um einzuschlafen. Ich mir Ohropax rein lang gemacht und Augen zu.

22:35 Uhr gerade war ich eingenickt, merkte ich einen Ruck und hörte ein „Knack“ und mit einem mal läuft es mir heiß und flüssig zwischen die Beine. Das Gefühl war echt eklig. Und ich sagte nur „Och manno, ich wollte doch ein bisschen schlafen“ Meine Zimmernachbarin fragte was los sei, sie war gerade am stillen, und ich sagte nur, mir sei gerade wohl die Fruchtblase geplatzt. Also habe ich geklingelt. Und bei jeder Bewegung wurde es mehr von diesem feuchten sehr warmen zeug in meinem Bett. Beim Aufstehen mit der Nachtschwester dachte ich, ich sei nun Miss Niagara. Es lief nur so. Wir haben 5 mal die Einlagen gewechselt. Und dann bin ich, mit einem Bettbezug um die Beine und meiner Handtasche am Arm, durch das Klinikum zum Kreißsaal getapert. Dort angekommen scherzte der Arzt, er habe recht gehabt. Na danke auch, ich wollte trotzdem noch etwas schlafen

22:50 Uhr 7. CTG die Wehen wurden schon sehr intensiv, so dass ich auf der Liege am stöhnen war. Habe dann in den kurzen Pausen meine Hebamme angerufen. Ich solle nach der Untersuchung nochmal Bescheid geben. Mittlerweile schrieb ich ein paar Wehen mit einer App auf, da dieses CTG davon kaum was verzeichnete. Die Wehen dauerten zwischen 1 und 2 Minuten und die Pausen lagen so im Schnitt um 1,5 Minuten. Leider schlief Madame im Bauch tief und fest. Deswegen wurde mir Zitronenöl unter die Nase gelegt. Es stank zwar aber ich wollte ja wissen, ob es meiner Tochter gut ging. Nach einer gefühlten Ewigkeit gingen die Herztöne auch mal hoch.

Meinen Mann hielt ich auf dem laufenden und bat ihn nach dem Dschungel zu kommen.

Eine erneute Untersuchung ergab max. 2 cm.

23:30 Uhr verlangte ich nach etwas, dass die Schmerzen lindert. Wir beschlossen die Wanne zu testen. Die Hebamme lies schon mal Wasser ein. Gleichzeitig schrieb ich meinem Mann, er solle bitte sofort kommen.

Das schlimme für mich war, das mit dem Blasensprung die Wehen heftiger wurden und ich jedes mal schon das Gefühl hatte mit zupressen! Aber bei der Miniöffnung konnte sich ja nichts bewegen.

Wir wanderten in der Zwischenzeit in den Kreißsaal 1. Das laufen tat mir gut. Und während den Wehen stützte ich mich ab und bewegte die Hüften. Ich klang wie ein brünftiger Elch.

0:00 Uhr kam mein Mann und ich durfte endlich in die Wanne. Zwischen den Wehen war es erträglicher. Die Wehen an sich aber fast genauso intensiv. Ich fand einen guten Rhythmus. Zwischen jeder Wehe bewegte ich mich in der Wanne. So dass ich zu jeder Wehe in einer anderen Position war. Zur Toilette musste ich auch oft. Und ich hatte auch das Gefühl mal Groß zu müssen und versuchte leicht hinten zu pressen. Aber da kam nichts.

1:00 Uhr Ich ließ meine Hebamme rufen. Meine Sorge war, das sie nicht genug schlafen konnte. Sie war dann auch eine halbe Stunde später da, aber mir kam es ewig vor. In der Zwischenzeit wollte die Hebamme vor Ort erneut ein CTG. Da wir leider die Herztöne nicht fanden, musste ich aus der Wanne raus. Aber selbst dann fanden wir die Herztöne nicht. Und meine Angst wurde groß. Ab und an wurde was aufgezeichnet, aber nichts dolles. Meine Hebamme setzte eine Kopfsonde. Somit wurde wenigstens die Herztöne meiner Tochter aufgezeichnet. Was aber nicht allzu prickelnd war. Denn unter Wehen gingen diese zurück unter 100. Irgendwann kam auch eine Hebammenschülerin dazu. Ich weiß nicht mehr wann. Aber sie fragte erst meine Hebi und dann mich, ob es ok ist, dass sie dabei ist, da sie bald Prüfung hatte. Mir war es egal, zumal ich selber weiß, wie froh man um solche Erfahrungen ist.

3:00 Uhr der MM war bei 3 cm. Und da ich die Wehen kaum noch aushielt, empfahl mir meine Hebamme die PDA. Es konnte ja noch ewig dauern. Da der Kopf immer noch nicht fest saß. Also stimmte ich zu. Meine Hebamme wusste, das ich es eigentlich ohne machen wollte und sie erklärte mir damals schon, das sie es nur in äußersten Ausnahmen empfahl. Ich vertraute ihr blind.

Mein Mann füllte die Unterlagen aus, ich musste einiges verbessern; und unter Wehen unterschreiben war nicht schön. Die wehen dauerten mittlerweile länger, die Pausen waren kaum da und ich hatte dauerhaft das Gefühl mit zudrücken. Da wollte jemand raus.

Leider geriet ich in eine Panikattacke. Ich hatte sie unter Kontrolle, aber ich zitterte am ganzen Körper. Schließlich steckte ich meine ganze Kraft in das veratmen der Wehen und meinen generellen Atemzügen, das ich nicht hyperventiliere und in Ohnmacht falle. Und dann diese Olle Anästhesist, mit seinem eisigen Jod, der Betäubung und seinem dauernden Tasten. Er erklärte mir wohl auch das ich ruhig bleiben muss. Aber unter einer Panikattacke gar nicht einfach. Ich zuckte bei jeder Berührung. Mein Mann saß wie ein Häufchen Elend auf der Couch. Und ich hatte doch gelesen, das man sich nicht bewegen darf, wenn die PDA gelegt wird. Es war ein Teufelskreis. Ich steigerte mich weiter in die Panik hinein. Dazu die Wehen. Irgendwann legte er sie, ich zuckte und er wurde laut und meinte nicht bewegen. Meine Hebamme stand mir bei, hielt mir Ihre Hand hin, die ich genauso quetschte, wie die meines Mannes schon die ganze Zeit. Die PDA saß, jedoch wurde nur mein linkes Bein taub. Er musste die Kanüle anders positionieren. Und allmählich spürte ich die Wehen auch rechts leichter.

In der Zeit, wo die PDA wirkte, wurde mir ein Wehentropf angeschlossen. Und mein Mann und ich konnten etwas „dösen“ ich konnte nicht tief schlafen. Ich war so fix und alle, wollte aber doch alles mitbekommen. Ich dämmerte so vor mich hin.

~ 4:30 Uhr Kam meine Hebi und meinte sie gehe mit der Schülerin mal raus. Da fingen plötzlich wieder schmerzen an. Aber andere. Sie kamen vom Rücken her. So Puls artig. Und die taten weh! Sie steigerten sich langsam hoch wurden richtig intensiv, so das ich wieder vertonen musste und gingen langsam wieder. Aber richtig pause gab es nun nicht mehr. Was sollte ich tun. Ich hatte keine Ahnung wie diese Klingel funktionierte, das war so ein Gummiball, und zum drücken fehlte mir die Kraft. Mein Mann schlief und die Hebammen waren weg. Also fing ich an meinen Mann zu wecken. Er kam sofort zu mir. Und um seine Hand zu drücken hatte ich plötzlich wieder Kraft. Wenige Minuten später kam meine Hebi wieder. Da unter diesen dauerhaften wehen die Herztöne wieder niedriger wurden, der MM erst bei so 8 cm war, es sich schon langsam eine Geburtsschwulst bildete, der Kopf noch immer nicht fest war und zu allem auch noch falsch liegt, holte meine Hebamme den Arzt. Sie sagte uns jetzt schon, sie würde zu einem Kaiserschnitt tendieren, aber es sei unsere Entscheidung. Ich wurde schon wieder zittrig. Der Arzt kam, und spritzte mir PDA nach. Er bestätigte den Befund. Zumindest ließen die Wehen wieder etwas nach. Jedoch musste auch der Wehentropf ausgestellt werden und ich bekam etwas gespritzt, das es meiner Tochter wieder besser geht. Ihre Herztöne normalisierten sich auch schnell wieder.

~8:00 Uhr Diesmal durfte auch die Schülerin mit tasten; der MM ist fast ganz offen, Kopf immer noch nicht fest und falsch eingestellt, die Geburtsschwulst wurde mehr und verschlechterte das Tasten. Die Herztöne wurden auch wieder schlechter und ich spürte die Wehen wieder. Langsam stieg in mir Todesangst auf. Und der Gedanke in mir „Lieber ich, als mein Kind“ lag schwer auf mir. Die Herztöne gingen tw. unter 80. Selbst mein Mann bekam Angst. Als der Arzt kam, hatte ich fast gar keine Wahl ob ohne Kaiserschnitt. Mittlerweile war es mir auch egal, denn ich wollte, das meine Tochter lebte.

Jetzt wurde es hektisch. Mein Mann entschied sich dagegen mit in den OP zu kommen. Und das löste eine erneute Panik in mir aus. Ich war wieder einmal am Wehen veratmen und am auf die Atmung zu konzentrieren, gegen das hyperventilieren. Der Anästhesist kam wieder, spritzte mir einen Haufen Zeug, meine Beine wurden schwerer und ich zitterte trotzdem. Reden geht dann natürlich auch nicht, da ich nur stottere. Die Sonde am Kopf bekamen sie nicht mehr ab, da der Kopf zu sehr angeschwollen ist.

Mit dem Rollbrett wurde ich auf den OP-Tisch gebracht und im Eiltempo in den OP gefahren. Dort waren eine Menge Leute. Ich wurde fest gekettet und tw. Konnte ich meine Atmung nicht kontrollieren. Jediglich der Gedanke an den Schrei meines Kindes brachte mich zum ruhigen atmen. Ich bekam weitere Spritzen durch dir Braunüle. Dann kam der Test, ob alles taub ist. Mit so einem eisigen Teil. Am Arm spürte ich die Kälte, auf dem Bauch nur noch den Druck. Ich musste ja ehrlich sein. Hatte ich doch Angst davor trotz den tausend Medikamenten in mir etwas zu spüren. Ich zitterte weiterhin meine Panik und atmete gegen das Hyperventilieren an. Ich bekam noch Überwachungsgeräte angeschlossen, der Sichtschutz wurde aufgehangen, dabei fiel mir das Gestänge einmal entgegen. Und der Arzt fragte mich irgendwann, ob ich das gespürt habe. Ich sagte ihm unter stottern das ich einen Druck merke, aber nichts wehtat. Und er nur „na das ist doch gut! Ich habe sie gerade ganz dolle gezwickt, das hätte echt wehtun sollen“ Ich habe mich gefragt, ob er mich gerade verarscht. Ich hatte so eine Angst. Meine Hebi erklärte mir Ihre Vorgehensweise. Ich war überglücklich, dass sie da war. Sie lenkte mich von den vielen hektischen Stimmen um mich herum ab.

8:30 Uhr ging es los. Ich merkte heftigen Druck, und irgendetwas knackte, ich bat meine Hebi mir die Ohren zuzuhalten und ich fing an zu summen.

8:33 Uhr ich hörte mein Baby schreien. Was ein wunderbarer klang. In dem Moment vergaß ich alles um mich herum. Ich wollte nur ihr schreien hören! Das nächste was ich vernahm war meine Hebamme, die sagte „du sollst mich nicht anpullern“ Ich dachte oh, ein Junge? Und sie „du bist doch ein Mädchen!“ und ich war überglücklich. Ich glaube sogar die Panikattacke ließ in dem Moment ihres Schreis nach. Ich hatte eine Tochter. Meine kleines Wunder konnte atmen. Meine Isabella war gesund. Doch dann hörte ich Sauggeräusche und wusste nicht was los war. Zudem schrie sie auch nicht. Und eine andere Frau kam zu mir, um zu fragen wie es mir geht. Meine Panik kam wieder, ich vergaß die Atmung. Wo ist meine Tochter? Kurz darauf sah ich die Schülerin und sie hielt etwas im Arm. Und dann sah ich den kleinen Kopf. Sie war so schön! Sie hatte sogar schon die Augen auf und war ganz ruhig. Ich konnte sie zwar nicht berühren, aber riechen und sehen. Dann wurde natürlich nach dem Namen gefragt. Und das war das erste, was ich ohne stottern hervorbrachte. Isabella!

~8:50 Uhr wurde sie zu meinem Mann gebracht. Und ich wurde genäht. Langsam konnte ich mich wieder beruhigen. Meiner Tochter und mir ging es gut. Wir haben es beide überlebt. Als meine Hebi kam wollte ich wissen wie lange es noch dauert. Sie schätzte so 20 Minuten. Mir blieb ja leider nichts übrig als zu warten. In der Zwischenzeit bekam ich was gespritzt, um die Gebärmutter zurückzubilden und ausgesaugt wurde ich auch. Mittlerweile fühlte es sich auch nicht mehr so schlimm an. Dann noch genäht und die oberste Schicht wurde geklammert. Meine Hebi hatte sogar da noch ein Auge drauf.

9:05 Uhr Kam ich wieder im Kreißsaal an und ich war überglücklich, meinen Mann und unsere wunderbare Tochter zu sehen. Er sah so glücklich aus! Ich wurde erneut an CTG gelegt und bekam ein dauer Blutdruck gelegt, da ich 600 ml Blut verlor und mein Blutdruck sehr niedrig war. 110/60 und niedriger. Unsere kleine wurde wohl nochmal abgesaugt. Sie hatte einiges an Fruchtwasser verschluckt. Aber sonst geht es ihr prächtig. Und dann ging es an die Zahlen. Meine Hebi schätzte 4000 gramm und landete punktgenau! Und ich wollte unbedingt wissen wie lang die Füße sind!

Isabella wiegt somit 4000 gramm auf 52 cm länge verteilt. Ihr Kopf hat stolze 35,5 cm Umfang und Ihre Füße sind 8 cm lang.

Im Endeffekt haben wir es beide gut überstanden. Aber es war schlimm für mich. Die Panikattacken haben es nicht gerade leicht gemacht. Und bei den Herztönen unserer Isabella unter 80 manchmal stand da nur 65, da wurde mir heiß und kalt zugleich.

Das schlimme für mich war, das ich ihr nicht helfen konnte. Auf PDA und Kaiserschnitt, da habe ich mich schon Mitte Dezember eingelassen. Ich verließ mich voll auf meine Hebamme. Ich wusste das es passieren kann und doch war es wie eine Blockade im Kopf, als es doch so weit war.





Und es kam alles anders

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